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WIENERWALD UND DONAU     >>

Wien ist voller Überraschungen. Nicht nur die berühmten Sehenswürdigkeiten entlang der Ringstraße oder Schönbrunn begeistern die Besucher. Auch am Rande der Stadt warten viele Wiener Besonderheiten auf ihre lohnende Entdeckung.

Entdecken Sie die sanften Hügel des Wienerwald und erleben Sie den Blick auf Wien und die Donau.

Lustwandeln Sie im Prater, dem ehemaligen kaiserlichen Jagd- und Reitrevier.

Geben Sie sich den Badefreuden an mehr als 40 km Strand auf der Donauinsel oder an der Alten Donau hin. Am besten per Rad oder Rollerskates.

Tauchen Sie ein in die weitflächige Wildnis der Lobau, dem urwüchsigen Augebiet links der Donau. Fisch, Frosch, Otter, Biber & Co, Eichen, Pappeln und Lianen warten auf Sie!

WIENERWALD

Der Wienerwald ist der Ausläufer der Ostalpen. Die weichen Gesteine aus Flysch (Sandstein, Tonschiefer, Mergel) verleihen dem nördlichen Wienerwald sein anmutiges, sanftes Relief. Die Bäche aus dem Wienerwald durchschneiden auf ihrem Weg zur Donau im Wiener Stadtgebiet die Donauschotterterrassen, sodass sich eine fächerartige Geländestruktur ergibt. Wer die Stadt z.B. entlang des Gürtel durchquert, wird diese Bachtäler anhand der Straßengefälle und -steigungen direkt wahrnehmen.

Die besonnten Wienerwaldhänge eigneten sich besonders für den Weinbau. Zahlreiche Wienerwaldhügel wurden in früheren Jahrhunderten als Schafweide genutzt, die Überweidung führte mancherorts zu Verkarstung („Kahlenberg“) oder im trockenen, sandigen Marchfeld zu Wanderdünen. Der globale Wollmarkt brach im 18. Jahrhundert jedoch durch die Billigkonkurrenz der Baumwolle aus den Kolonien zusammen, der Wienerwald wurde aufgeforstet (im südlichen Wienerwald, wo Dolomitkalk vorherrscht, mit Pinus nigra, der Schwarzföhre für die Harzgewinnung).

Besonders die Waldsäume und die trockenen, unbewaldeten Hügel davor sind von der pannonischen Flora dominiert. Steineichen, Trockengräser und seltene Wildblumen prägen die Flora. Das Innere des Waldes wird von der Rotbuche/Eiche im Hochwaldbetrieb dominiert, mancherorts finden sich auch Hainbuchen im Niederwaldbetrieb.

AUSFLUGSTIPPS:

1. Leopoldsberg und Kahlenberg
2. Nussberg und Eiserne Hand
3. Cobenzl und Hermannskogel
4. Cobenzl, Am Himmel und Sisi Kapelle
5. Weitwanderung am Westrand Wiens
6. Bisamberg
7. Donauinsel
8. Lobau

1. Leopoldsberg und Kahlenberg

Man nehme die S-Bahn nach Kahlenbergerdörfl (S-Bahn geht von U4/U6-Station Spittelauer Lände weg und fährt in Richtung Klosterneuburg). Oder man nimmt einen Bus von der U4-Heiligenstadt nach Klosterneuburg. Von der Station Kahlenbergerdörfl aus nehme man den Weg über die „Nase“ auf den Leopoldsberg. Ein sehr steiler Anstieg, rechts davon blickt man in die Steilwände mit ihren Lawinenschutzbauten und auf die Donau hinab.
Oben auf dem Leopoldsberg hat man einen erhabenen Blick auf Wien und die Donau. Hier steht eine Kirche und es wird der Türkenbefreiung gedacht.
Vom Leopoldsberg kann man zu Fuß zum Kahlenberg gehen. Dort fährt der Bus 38A nach Grinzing (Straßenbahnlinie 38) und nach Heiligenstadt zur U4.

2. Nussberg und Eiserne Hand

Ein Ausflug für Romantiker, Naturliebhaber und Verehrer der Weinkultur.
Linie D bis Endstation Nussdorf, dann ganz kurz die Bockskellergasse bergauf und die Nußberggasse rechts bis zur Eichelhofstraße, links den Berg hinauf. Links den Eichelhofweg nehmen. Diese kleine Wanderung auf den Nussberg wird Ihr Verhältnis zu Wien zum noch Besseren verändern. Die Landschaft ist lieblich, die Vegetation spiegelt den pannonischen Einfluss wider. Sie gehen durch die Weingärten und blicken auf das Donautal mit Bisamberg im Norden und auf ganz Wien, großartig! Der Weg eignet sich besonders am späteren Nachmittag, so können Sie auf der Anhöhe bei der Eisernen Hand und am Weg dorthin zwischen einigen Heurigen auswählen und entspannt den ausklingenden Tag genießen. Zurück empfiehlt sich derselbe Weg, man kann aber auch nach Grinzing gehen, indem man den entsprechenden Wegweisern Folge leistet.

3. Cobenzl und Hermannskogel

Mit der Straßenbahnlinie 38 fährt man bis Grinzing und dann mit dem Bus 38A bis zum Cobenzl an der Höhenstraße. Der Bus 38A kommt von der U4 Heiligenstadt. Die Höhenstraße wurde in den 1930er Jahren als Beschäftigungsmaßnahme errichtet und zieht sich vom Leopoldsberg bis zum Wiental im Südwesten. Sie steht unter Denkmalschutz.
Der Weg führt gut ausgeschildert durch lichte Wälder zum Hermannskogel mit seiner Warte. Von dort geht es nach Neustift hinunter, vorbei am Häuserl am Stoan, einer Gaststätte. In Neustift warten Heurige auf durstige Kehlen und der Autobus 37A, der zurück in die Billrothstraße führt und damit zur Straßenbahn Linie 38.

4. Cobenzl, Am Himmel und Sisi Kapelle

Dieser Ausflug ist am bequemsten, ohne große Höhenunterschiede. Anfahrt wie unter Punkt 2. Man spaziert über Wiesen zur Sisi-Kapelle und dann weiter zum Himmel mit seinem Sigmund Freud Gedenkstein. Zurück geht’s nach Grinzing die Himmelstraße hinunter. Was wartet unten? Mehr als ein Heuriger. Und die Linie 38 für die Rückfahrt.

5. Weitwanderung am Westrand Wiens

Anfahrt wie unter Punkt 2. Vom Cobenzl aus folgen Sie den Wegweisern in Richtung Hütteldorf. Die Route braucht einen Tag tüchtigen Fußmarsches.
Sind Sie gut zu Fuß, werden Sie es genießen. Gute Luft, Vogelgezwitscher, Berggasthäuser, Heurige und ein herrlicher Ausblick sind lohnendes Beiwerk zum Glück. Einmal im Wald, führen die Wege überall hin, allerdings gut gekennzeichnet. Sie können auf diese Weise halb Wien im Westen umrunden und am Ende des Tages mit einer anderen Straßenbahnlinie heimkehren. Wanderurlaub ist nichts anderes. Sie können jederzeit ohne Reue schlapp machen und den Ausflug vorzeitig beenden.

6. Bisamberg

Ein herrlicher Ausflug in die pannonische Welt des Bisamberges. Sie lernen eine neue Flora kennen. Alles ist lieblicher, weicher und wärmer, auch das Klima. Der Boden ist aus Löß, eine Korngröße zwischen Ton und Sand liegend, die die positiven Eigenschaften des Sandes (keine Staunässe) und des Tons (guter Feuchtigkeitsspeicher) verbindet.

Wir fahren mit der Straßenbahnlinie 31 von der U4/U2 Schottenring weg (Alternative: Mit Line 30 von S-Bahnhof Floridsdorf U6) und gelangen nach langer Fahrt in die kleine, heile Welt von Stammersdorf. Von dort führen die Kellergassen und dann Hohlwege hinan, entlang von Lianendickichten und Wurzelgeflechten der Akazien (eigentlich: Robinien).

Der Weg auf den Bisamberg führt zwischen Weingärten, Mandelbäumen, Pfirsichbäumen bis zum Wald. Man hat einen herrlichen Blick auf das Weinviertel und natürlich auf Wien und das Wiener Becken. Auf dem Rückweg versäume man die Heurigen nicht, von denen es einige ganz urige gibt. Sind Sie auf der Suche nach Wiener Ureinwohnern, so haben Sie hier die größten Chancen!

BLAUE DONAU

Wien an der Donau. Ein Strom, der Wiens Stellung in der Geschichte geprägt hat, als Grenze, als Transportweg, als Mythos, als Lebensraum und Nahrungsquelle und heute auch als Erholungsgebiet.

Wo die Donau die Enge zwischen Bisamberg und Leopoldsberg durchbricht, beginnt der Osten, der pannonische Raum mit seinem milderen und trockeneren Klima und einer Vegetation, die sich bis zum Schwarzen Meer hinzieht. Die Donau war der Lebensfaden der Donaumonarchie, die sich bis zur südlichen Bukowina beim Mündungsgebiet erstreckte.

Die Donau ist seit mehr als hundert Jahren gezähmt. Vor ihrer ersten Regulierung reichten ihre Seitenarme bis zur Innenstadt. Aus der Donau wurden riesige, bis zu 8 Meter lange Hausen gefischt, eine Störart, längst ausgerottet. Noch heute bevölkern beachtliche Welse den Flussgrund. Heute ist der Fluss begradigt und von Hochwasserschutz eingerahmt. Nicht zum Nachteil der Lebensqualität: Die 20 km lange Donauinsel trennt die Donau seit den 1980er Jahren von der Neuen Donau. Ein Grundwasserbecken mit relativ sauberem Badewasser, das nur bei Hochwasser durch Öffnen der Schleusen geflutet wird und auf diese Weise das reguläre Flussbett wirksam entlastet.

7. Donauinsel

Sie erreichen die Donauinsel bequem per U1, U2 oder U6. Auf der „Insel“ können Sie sich einem sehr entspannten Lebensgefühl hingeben. Ob als Radfahrer, Rollerskater, Surfer, Wasserschifahrer, Badender oder als Nudist (im südöstlichen Bereich nach der Steinspornbrücke): Hier können Sie sich wie fernab der Zivilisation fühlen. Es gibt genug Raum für alle. Und Sie finden immer wieder Gaststätten oder Kioske mit Erfrischungen.

Von der Donauinsel-Steinspornbrücke geht es auch in die Lobau oder generell zum Donauradweg in Richtung Bratislava. Die Lobau hat neben ihrer wilden Natur auch Geschichtliches zu bieten. Hier stand Napoleons Hauptquartier, 3 Schlachten fanden in der Region statt. Schließlich gibt es in Paris hinter dem Hôtel de Ville eine Rue de Lobau und auch auf dem Pariser Triumpfbogen ist der Name Lobau in Stein gemeißelt.

8. Lobau

In die Lobau gelangen Sie am besten per Fahrrad über die Donauinsel. Sie können bereits bei der Steinspornbrücke in die Lobau abbiegen, oder weiter stromabwärts beim Ölhafen Lobau. Hier geht es auch zu Napoleons Hauptquartier. Folgen Sie weiter dem Radweg in Richtung Osten durch das Öllager, so finden Sie auf den folgenden Kilometern links des Weges immer wieder Abzweigungen in die Lobau. Alles ist sehr gut ausgeschildert.

Mit den Öffis geht es auch: Mit der U1 bis Vienna International Centre VIC (Uno-City). Dann mit dem Bus 91 A bis Ölhafen.

Die Lobau hat neben ihrer wilden Natur auch Geschichtliches zu bieten. Hier stand Napoleons Hauptquartier. Napoleon verlor die Schlacht bei Aspern im Mai 1809 gegen den Heerführer der Österreicher Erzherzog Karl und gewann aber Anfang Juli die Schlacht bei Wagram gegen die österreichischen Truppen. Schlachten fanden in der Region statt. Schließlich gibt es in Paris hinter dem Rathaus eine Rue de Lobau und auch auf dem Pariser Triumphbogen ist der Name „Wagram“ in Stein gemeißelt, die Avenue de Wagram kennt ohnehin jeder.
Aber auch bei den geografischen Bezeichnungen in und um die Lobau spiegelt sich die Geschichte wider: Franzosengraben, Übergang der Franzosen, Schusslinie, Artillerieplatz etc.

Die Lobau dient aber nicht in erster Linie dem Geschichtsunterricht sondern ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. In der Au ist die Natur auf weiten Strecken noch sich selbst überlassen. Froschkonzert mit gelben Wasserlilien gefällig?

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