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DIE REITERSTANDBILDER WIEN

Reiterstandbilder Wien : Als gut zu Pferd erweisen sich Wiens historische Protagonisten. Kein Wunder, ist man zu Pferde doch stets eine stattliche Erscheinung.

Imponierend jedenfalls das Reiterstandbild und Reiterdenkmal von Erzherzog Karl auf dem Heldenplatz. Das Kunststück des Bildhauers Anton Dominik Ritter von Fernkorn nach einem Gemälde von Johann Peter Krafft: die gesamte Last der Bronzestatue ruht auf den beiden Hinterhufen. Ansonsten ist das Pferd oft zusätzlich durch den Pferdeschweif abgestützt. Ein solider Balanceakt, der den historischen Führern auch im Umgang mit diversen Völkern zu wünschen gewesen wäre.
Der Rundgang für Pferdeliebhaber beginnt am besten beim Maria Theresia Denkmal, sind es ja dort gleich vier Reiter und Reiterdenkmäler, auf die die Kaiserin ihre Macht – oder vielleicht auch nur die Arbeit – verteilte. Die Reiterstandbilder Wien von:

– Gideon Ernst Freiherr Laudon 1717-1790
In Lettland geboren, kaiserlich-königlicher Feldmarschall im 18. Jh.

– Leopold Joseph Graf Daun 1705-1766
War kaiserlicher Feldmarschall und Feldherr im Siebenjährigen Krieg.

– Ludwig Andreas Graf Khevenhüller 1683-1744
War österreichischer Feldmarschall und Oberbefehlshaber aus dem aus Kärnten stammenden Haus der Khevenhüller. Er kämpfte unter Prinz Eugen im spanischen Erbfolgekrieg und erwarb seine größten Verdienste im österreichischen Erbfolgekrieg.

– Otto Ferdinand von Abensperg und Traun 1677-1748
Er war ebenfalls Feldmarschall zu Diensten der Kaiserin Maria Theresia und wurde von ihr mit dem goldenen Vlies ausgezeichnet.
Weiter geht es zum Heldenplatz, wo gegenüber Erzherzog Karl Prinz Eugen von Savoyen auf dem Pferde gute Figur macht. Eugen, Prinz von Savoyen, 1663-1736 war Feldherr und Staatsmann und Großneffe von Kardinal Mazarin. Als ihm der französische Kriegsdienst verweigert wurde, trat er 1683 in das kaiserliche Heer der Habsburger ein und kämpfte beim Entsatz von Wien gegen die Türken. Er nahm bis 1689 an den Feldzügen in Ungarn teil, dann bis 1693 gegen die Franzosen in Italien, wurde 1697 Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres in den Türkenkriegen und errang den Sieg bei Zenta. In einem weiteren Türkenkrieg errang er 1716 einen Sieg bei Peterwardein und 1717 bei Belgrad, Beograd.

Vorbei an zahlreichen Fiakern, gleich durch die Hofburg, durch das Schweizertor gelangen wir zum Josefsplatz, wo Josef II. , der Sohn Maria Theresias bereits die Zügel fest in der Hand hat.

Wir umrunden die Hofburg bei der Albertina, oder wir gehen 100 m zurück, huschen durch die Türe hinter der Apsis der Hofburgkapelle und gelangen durch einen Gang zum Burggarten. Hier trabt Kaiser Franz I. auf der Stelle.

Keine 200 Schritte, und wir sind auf der Albertinarampe, wo Herzog Albert hoch zu Roß seinen Blick auf die Staatsoper schweifen lässt.

Und weiter gehts im Galopp zum Schwarzenbergplatz, benannt nach Karl Philipp Fürst Schwarzenberg (Reiterstandbild), 1771-1820. Als österreichischer Feldmarschall kämpfte er gegen die Türken. In Napoleons Armee führte er 1812 das österreichische Korps gegen Russland an. Er leitete auch die Truppen in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 und war Präsident des obersten kaiserlichen Kriegsrats.

Die Ringstraße entlang, gegen den Verkehrsstrom von vielen Pferdestärken gelangen wir zum Regierungsgebäude. Unter dem gigantischen Doppeladler blickt Feldmarschall Radetzky gelassen in die Vergangenheit. Kein Wunder, schrieb doch der österreichische Nationaldichter Franz Grillparzer zu seinem Ruhme: “In deinem Lager ist Österreich”. Was am Schluss des alljährlichen Neujahrskonzerts jedes Mal durch rhythmische Akklamation bestätigt wird.