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Am Hof Wien mit Zeughaus
Am Hof Wien mit Zeughaus
Kirche Am Hof

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Der Hof ist einer der traditionsreichsten Plätze Wiens. Ab 1155 lag hier der Hof der Babenberger. Hier empfing Heinrich Jasomirgott 1165 den Kaiser Friedrich Barbarossa während des dritten Kreuzzuges.

Unter Leopold V., Sohn von Jasomirgott war der Hof Turnier- und Marktplatz, gleichzeitig aber auch Schauplatz glänzender Veranstaltungen. Hier traten Sänger und Dichter wie Reinmar von Hagenau und dessen Schüler Walther von der Vogelweide auf. Diese Minnesang-Wettstreiten erfreuten sich großer Beliebtheit.

1782 spendete Pius VI. von der Terrasse der Kirche den Segen Urbi et Orbi. (Papst Johannes Paul II. tat es hier im September 1983, Papst Benedikt begann September 2007 am selben Ort eine Messe zu lesen, bis ihn der Ausfall des Mikrophons stoppte).
Hier wurde am 6. August 1806 von der Loggia der Kirche aus das Ende des Heiligen Römischen Reiches verkündet.

Revolution 1948 am Hof

1848 wurde der Kriegsminister Graf Baillet von Latour in der Mitte des Platzes Am Hof, direkt vor seinem Ministerium auf einer Laterne aufgehängt. Der Platz hieß kurzfristig “Volksplatz”.

1892 wurde vor dem Gebäude des Kriegsministeriums das Reiterstandbild des Feldmarschall Radetzky (Bildhauer Caspar von Zumbusch) enthüllt. 1912 wurde es vor das neue Kriegsministerium am Stubenring gestellt. Anstelle des Hofkriegsratsgebäudes trat 1915 die Zentrale der Länderbank. Es war der erste Stahlbetonbau Wiens, gleichwohl in klassizistischer Form gehalten. Heute gibt es Pläne für den Umbau in ein Hotel.
Mariensäule
In der Mitte des Platzes erhebt sich die Mariensäule aus dem Jahr 1667. Es handelt sich um eine Bronzefigur der Maria Immaculata (die ursprüngliche Figur 1645 war aus Marmor). Darunter vier gewappnete Putti, die gegen den Drachen (Hunger), den Löwen (Krieg), die Schlange (Unglauben) und den Basilisken (Pest) kämpfen.
Bürgerliches Zeughaus
Das Bürgerliche Zeughaus (Am Hof 10) diente ab 1562 dem Waffenvorrat für die Verteidigung Wiens. 1731/1732 wurde die Hauptfassade durch Anton Ospel umgestaltet. Mattielli schuf Allegorien der Beharrlichkeit und Stärke, die eine Weltkugel tragen.

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